Wie bewältigen Senatorinnen und Senatoren mit ihren Unternehmen den Krisenalltag

Teil 13: Senator Uwe Brockmann, Geschäftsführer der Care Center Rhein-Ruhr GmbH, berichtet vom Umgang mit der Corona-Pandemie und stellt entscheidende Zukunftsfragen. Das systemrelevante Unternehmen im Bereich Medizinprodukte hat sich bereits früh mit den Auswirkungen der Krise beschäftigt.

 

Corona-Krise und was dann?!

Unsere Care Center Rhein-Ruhr GmbH, ist bislang vom Corona-Virus verschont geblieben. Alle Beschäftigten sind gottlob gesund. Indirekt jedoch, kamen in den letzten Wochen die „Einschläge“, sprich unternehmerischen Auswirkungen, immer näher. Als systemrelevantes Unternehmen auf dem Feld der „Medizinprodukte“ müssen wir funktionieren und arbeitsfähig bleiben. Das ist in diesen Zeiten eine echte Herausforderung. Unser Fachpersonal muss nicht nur „mit“, sondern „unmittelbar körperlich“ mit unseren Kunden und Patienten arbeiten. Hier sind also die Bereiche „Gesundheitsschutz und Prävention“ der Beschäftigten in Zeiten der Pandemie von zentraler Bedeutung. Dies können wir bislang vollständig sicherstellen. Jedoch nur, weil wir langjährige und vertrauensvolle Lieferantenbeziehungen pflegen.

Wir haben uns frühzeitig mit Schutzmaterial eingedeckt. Unsere langjährigen Lieferanten beliefern uns bevorzugt. Lieferantentreue zahlt sich jetzt also konkret aus.

Nun kommt es darauf an, wie lange die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in diesem Zusammenhang bestehen bleiben. Seit dem 01. April 2020 arbeiten etwa 50% der Belegschaft, sprich 90 Menschen, in Kurzarbeit. Ich stelle mich unternehmerisch gesehen, auf eine 2-3 monatige Durststrecke ein. Diese Zeitspanne wird unser Unternehmen mit einem blauen Auge gut überstehen. Dauert dieser Zustand jedoch deutlich länger, bis in den Herbst hinein an, wird sich mit Sicherheit vieles in unserer Volkswirtschaft und für unser Unternehmen ändern. Bestimmt nicht ausschließlich nur zum Guten.

Wir müssen jetzt schon an das Ende der Corona-Lage denken und konkret planen. Nach dieser epochalen Krise müssen wir unsere folgenden Hausaufgaben machen:

  1. Wie schnell kann unser Unternehmen wieder voll ausgelastet laufen?
  2. Sind unsere Kernkunden und wichtigsten Lieferanten dann noch am Markt?
  3. Können wir alle Beschäftigten halten?
  4. Wo gilt es, nach der Krise die Investitionsschwerpunkte zu setzen?
  5. Wo sind in Zukunft die Grenzen der globalen Arbeitsteilung, im Lichte von „Corona“?
  6. Welche Kernbereiche der Gesundheitsversorgung und Daseinsvorsorge müssen wir wieder insourcen, sprich nach Deutschland zurückholen?
  7. Wie können wir unsere derzeit so gebeutelte Europäische Union retten und in Zukunft massiv ertüchtigen?
  8. Wie erhalten wir die Schlüsselindustrien in Deutschland und Europa?
  9. Wir halten wir unsere Gesellschaft zusammen?
  10. Wie können wir diese Krise zu einer Chance für einen energischen Neustart wenden?

Betrachten wir alle diese Aufgaben als gesellschaftlichen Lackmustest. Wir sind zum Erfolg verdammt und werden deshalb die richtigen Konsequenzen aus dieser Pandemie ziehen.

Download:

Statement von Uwe Brockmann

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